Matthias Knust - Fotografie Workshop

Bildgestaltung ist wichtiger als Technik

Ich stelle diese steile These mal in den Raum. Ich gehe sogar noch etwas weiter, Bildgestaltung steht weit vor der Technik.

Mal ist der Kopf einer portraitierten Person oder das Objekt der Begierde mittig oder angeschnitten oder irgendwo im Rahmen und das Bild wirkt nicht so, wie Du es Dir wünscht oder vorstellst.

Die Aussage, die ich oft höre ist, ich kann es nicht besser, diese Aussage halte ich für nicht optimal, weil man es lernen kann. Folgend gebe ich Dir einen kleinen Einblick in die Bildgestaltung in der Fotografie. Die Bildgestaltung ist die wichtigste Disziplin in der Fotografie, die beste und neuste Technik bringt Dir so gut wie nichts, wenn Du unsicher bei der Motivauswahl oder besser gesagt bei der Fotografie ansich bist, und nicht die Bilder fotografierst, die Du eigentlich sehen und ausstellen möchtest.

Auch die Bildgestaltung möchte gelernt werden und auch hier ist noch kein perfektes Foto oder ein alleskönnender Fotograf vom Himmel gefallen. Fangen wir mit den einzelnen Möglichkeiten an, um zu sehen was genau Du nutzen kannst, um bessere Bilder zu erreichen.

Farbe: Wir sehen in der Regel in Farbe, jedoch kann ein Schwarz-Weiß Bild enorm reizvoll sein, hier ist ein erster Schritt zu gehen und eine Entscheidung zu treffen. Wenn Du Farben haben möchtest, solltest Du beachten, dass diese an sich stets eine besondere Wirkung auf Menschen haben und Gefühle auslösen. Gelb und Rot transportieren Wärme, Blau im Gegensatz Kälte. Warme Farben lösen mehr Emotionen aus und werden gern in der Fotografie benutzt um wohlfühlende Momente zu transportieren. Die Kontraste der Farben, also die Helligkeit und die Sättigung haben ebenfalls eine besondere Wirkung auf den Betrachter, aktuell sehen wir viele entsättigte Bilder mit einem hohen Anteil an dunklen Kontrasten, hier ist der Strom sehr stark und beeinflusst seit geraumer Zeit, die ambitionierten Fotografen. Harmonisch wirken Komplentärfarben wie z.B. Rot und Grün, die sich im Farbkreis gegenüber stehen und eine schöne Harmonie bilden.

Portraitfotografie Matthias Knust

Formen: Formen bestimmen ein Bild und bestimmen auch die Blickrichtung, also das Lesen eines Bildes. Formen können Lichter und Schatten erzeugen, Formen werden über unsere Seherfahrungen zugeordnet und erleichtern Menschen Dinge besser zu assozieren. Linien führen auf und ab und leiten das Motiv für den Sehenden. Ein Raum bringt viele vertikale und horizontal Linien, so wird Tiefe vermittelt ein räumlicher Eindruck entsteht.

Kustom Kulture Forever 2016

Bringe z.B. ein Portrait in den goldenen Schnitt, die Wirkung wird sich zeigen im positiven Sinne. Wenn Du dazu noch mit der Kamera die Bildgestaltung steuerst, wird über Unschärfen im Vorder- oder Hintergrund ein magischer Moment entstehen. So kannst Du einen Teil des Gesamtbildes praktisch herauslösen und in den „Mittelpunkt“ stellen. Der Mittelpunkt ist hier eher symbolisch zu sehen, der goldene Schnitt beeinhaltet die 1/3 zu 2/3 Regel, hier wird ein wichtiges Bildelement entweder vertikal oder horizontal an den Rand, also in das erste oder letzte Drittel positioniert. Es entsteht eine Sogwirkung für den Betrachter, die Sehsinne werden automatisch auf die junge Dame gelenkt, ob wir es wollen oder nicht. In diesem Fall ist das ausgesprochen angenehm.

Pure and Crafted Festival 2016

Du merkst, es gibt viele wichtige und interessante Punkte für die Bildgestaltung und jetzt hebe ich ein Stück weit meine These vom Anfang dieses Beitrages auf. Gestalten kannst Du Deine Bilder selbstverständlich auch mit der Technik und somit bewusst über Deine Kamera Einfluss nehmen. Denke hierbei an Unschärfen und Landzeitbelichtungen, wenn Du mehr lernen möchtest, buche ein Einzelcoaching bei mir, die Welt der Fotografie und der Bildbearbeitung ist manigfaltig und wir lernen gemeinsam in den praktischen Anwendungen.

Ich freue mich Dich und Deinen Wissenshunger.

Hier geht es zum Workshop: Blende, Belichtungszeit und ISO

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Written by Matt Knust