2 Doppelschleifenrahmen und ein 100 Meilen Renner in Neuseeland

BMW

Wenn 3 Freunde einen gewachsenen Plan in Neuseeland die Tat umsetzen

Neuseeland das Land der Maori unbekanntes Territorium und von Mario, Carsten und Sascha noch nicht bereiste Landschaft. Ein Wunsch, eher ein fernes Ziel, welches über 1 Jahr nach einer einfach ausgesprochenen Bieridee zur Umsetzung gelangte. Jeder kennt die Situation ein ausgesprochener Satz mit einem Funken Sehnsucht steht im Raum und das Herz ist Feuer und Flamme, darauf folgt der Kopf. Nicht so bei den 3 Oldenburgern, die immer wieder darüber redeten und die Idee reifen ließen. Nach anfänglichen Unbekannten, wurde aus der Idee ein Plan und dieser wurde Stück für Stück erweitert und verfeinert.

Es kamen Fragen auf, die von außen einfach erschienen, jedoch so noch nie in der Praxis umgesetzt wurden. Die 3 Biker wollten ja nicht alleine und per pedes die Landschaften der Nord- und Südinsel Neuseelands erkunden, die 3 rollenden Zweiradschätzchen, die zum Teil Weggefährten seit über 20 Jahren sind, sollten als Transportmittel dabei sein und die Reise im Gefühl stärken und untermalen. Ohne die 3 originalen BMW Motorräder wäre dieser Trip nicht denkbar gewesen und auch sinnlos gewesen, Männer haben Spielzeuge und sind ein Stück weit damit auch gute Freunde. Nachdem man anfänglich alle 3 Zweiräder mit einem Speditionsdienst auf die Ozeane schicken wollte, setze der Eigenantrieb ein und man beriet sich nochmals zusammen um die Gegebenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Wenn dann richtig, so Carsten der mit leuchtenden Augen von seiner R68 spricht und dieses Motorrad gut transportiert sehen will. Immerhin wäre es tragisch wenn wir angekommen wären, aber die Maschinen nicht, die Reise wäre nichts wert gewesen, Mario und Sascha nicken in diesem Moment bestätigend.

BMW Motorrad

Wie also die Krafträder auf die Insel schicken? Es sollten Transportboxen her, die Sicherheit bringen auch hier fand ein Lernprozess statt der etwas Ruhe in diese Gedanken brachte. Letztendlich fanden sich stabile und sicherere Boxen und ein Containerschiff, welches die Bikes wohlbehütet über Panama und einem Zwischenstopp in Kolumbien nach Auckland Neuseeland bestens geschützt verschiffte. Es war schon merkwürdig für uns, da die Bikes 6 Wochen vor unserer Abreise via Oldenburg i.O. auf den Weg geschickt wurden und wir saßen nervös vor Vorfreude auf dem Sofa und mussten mit täglicher Neugier und steigender Erwartungshaltung auf den eigentlichen Trip warten. Es war nicht leicht, dass Kopfkino brachte so einige unbekannte Kapitel an die Oberfläche, wir konnten ab diesem Zeitpunkt nichts mehr beinflussen, weder wenn ein Gabelstaplerfahrer die Bremse vor unseren Tranportkisten zu spät tritt, noch die unwahrscheinliche Gegebenheit, dass ein loser Seecontainer auf unsere Zweiräder kippt und den fahrenden Traum zunichtegemacht hätte, Kopfkino ausgeschaltet und die eigentliche Reise weitergeplant, so berichtete Carsten mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Genau in diesem Moment sah man die Flamme, die auch heute noch hell und warm brennt, wenn es in der Reflektion um diese Reise geht und da ist er nicht allein, Sascha und Mario gehen immer noch in sich und strahlen über das gesamte Gesicht.

So weit so gut, die R68 von Carsten Baujahr 1952 und die beiden R51/3 von Sascha und Mario aus dem Jahr 1951 waren unterwegs, jetzt galt es die restlichen Formalitäten zu klären, haben alle ihre Papiere? Gibt es noch irgendwelche Zweifel am Vorhaben? Ein dreistimmiges NEIN erfolgte synchron ohne Taktangabe von außen. Was soll auch schon aus der Reihe gehen? Let’s ride boys!

BMW Motorrad

BMW Motorrad

BMW Motorrad

Nachdem man Bangkok mit einer fabelhaften Radtour erkundete, unbedingt sollte man mit einem nicht motorisierten Zweirad durch Bangkok fahren, so die 3, es soll ein Erlebnis für sich sein. Jeder hat seine Vorlieben, es gibt sicherlich einfachere Weg unter die Räder eines Tuk Tuks zu geraten (Anm.d.Red.), flog man weiter nach Auckland an das eigentliche Ziel der Träume.

Was ist mit den Motorrädern? Soweit alles auf den Paletten, so das Trackingsignal via GPS, man war halt vorbereitet und hatte schon im Blick, dass die Bikes sicher und unbeschadet auf die Besitzer warteten, der Startschuss der Reise war also ertönt, Hey Yeah! Die BMW Maschinen ausgepackt, die Biosecurity bestanden, den Zoll abgewickelt, den TÜV hinter sich gebracht, die Versicherung abgeschlossen und die erste Tour auf neuseeländischen Boden mit den motorisierten Zweirädern hatte begonnen, es ging über Pokekohe nach Raglan eine wunderbare Motorradstrecke, es war halt die Erste in Neuseeland. Angekommen im Surferdorf Raglan legte man sich in einem Backpacker ab um die ersten massiven Eindrücke sacken zu lassen. Am nächsten Tag ging es richtig los, die Tour bewegte sich gegen den Uhrzeigersinn ohne definiertes Ziel über die beiden Inseln im Pazifik, man wollte sich treiben lassen und die Zeit frei und ohne Zwang erleben und fühlen, die Sinne waren gefragt erlebtes auftanken und abspeichern.

Nur ein kleines Ziel hatten die 3 welches auch wichtig für alle war, Invercargill heißt der Ort der Sehnsucht, genau dort verstarb Herbert James Monroe, genannt Burt Monroe im Jahre 1978. Ein Museum wurde im Gedenken an den Rekordhalter erbaut und dient als Erinnerung für viele Fans aus aller Welt. Monroe war 68 Jahre jung als er 1967 einen noch immer bestehenden Rekord mit seiner eigenhändig umgebauten Indian Scout aufstellte, satte 295,44 Km/h hatte er auf dem „Great Salt Lake Desert“ auf dem Tacho. Dieser Kult musste live und direkt eingeatmet und haptisch gefühlt werden danach wieder freidrehen und sich treiben lassen. Motorradfahren stand ja ganz oben auf dem Zettel und diesem Hobby wurde ausgiebig gefröhnt, 3x 6.720 Kilometer pro Mors und das in guten 5 Wochen Rundreise.

Man wurde sich während der Tour bewusst was für stabile und technisch einwandfreie Motorräder man doch besitzt, Ingenieuerskunst auf ganz hohem Niveau eben. Die R51/3 von Sascha wurde im jahre 1951 erbaut, er hat das Zweirad mittlerwile 20 Jahre in seinem Besitz von seinem Lehrgeld bezahlt, die Eltern wurden vor dem Kauf in Kenntnis gesetzt und schlugen die Hände seinerzeit über dem Kopf zusammen, als sie das Bike das erste Mal auf elterlichen Hof sahen. Warum ein so altes Motorrad? Ob sie im Jahre 2016 auch noch denken mögen? Alles original, einzig und allein der Roske Tank wurde nachträglich installiert. Zur Zeit leider nicht befahrbar da Sascha, die Gabel nach der Tour entfernte um einige Reparaturen zu unternehmen, daher steht die Maschine beim Fotoshooting vorne ohne im Set.

BMW Motorrad

BMW Motorrad

BMW Motorrad

Marios BMW R51/3 ist ebenfalls original und ist nachweißlich ein französiches Armeefahzeug, welches als Reparationszahlung an die Franzosen nach dem zweiten Weltkrieg diente. Nachdem die BMW wieder in Deutschland auftauchte war ich schnell dabei und reagierte promt, so Mario, die 500 ccm und die 24 PS haben ihn ohne ein einziges Aufmucken über die beiden neuseeländischen Inseln gebracht.

Die R68 von Carten ist wie soll es anders sein, ebenfalls original und besticht durch den sehr guten Zustand. Der Boxermotor mit seinen 600 ccm und 35 Pferdestärken blubbert zufrieden und gleichmäßig vor sich hin und macht vor allen Dingen glücklich. So soll es sein.

Wenn man so viel Zeit auf dem Motorrad verbringt muss auch irgendwann geschlafen werden, hin und wieder betrat man seine gewohnte Komfortzone und legte sich in ein Hotel, Zelten war von Anfang an keine Option, wozu auch in einem Land wo Backpacker für eine schmale Münze viel Spaß und Kontakte bringen. Gerade diese Art und Weise zu reisen zeigte sich als Glückstreffer und brachte den einen oder anderen wertvollen Tipp für die Motorradseelen. Mario, Carsten und Sascha befuhren auf einen Hinweis aus einem Backpacker ihre schönste Tour an einem Strand. Ja das ist in Neuseeland möglich, wie geil ist das denn? Mit entspannten 120 Km/h kilometerlang immer geradeaus auf weißem Sand, Hey Yeah, Herz was willst du mehr in diesem Moment? Da war es wieder, dieses zufriedene Lächeln in allen drei Gesichtern.

Als weiteres ausgerufenes Highlight wurde der berühmte „Hot Water Beach“ genannt. Ein Strand der bei Ebbe ca. 70 Grad Celsius handgebuddelte Badewannen anbietet. Wenn man felißig ist und sich ein Loch buddelt und zwar genau zur Zeit der Ebbe hat man eine „Badewanne“, die sich mit dem Restwasser aus dem Pazifischen Ozean füllt und von unten erhitzt, die große Magmablase in tieferen Schichten dient als Wärmemittel und das vernünftig, so die 3 Stimmen aus dem eher kühlen Oldenburg. Man kann sich da schon ordentlich den Pelz anheizen, ist aber total super.

Viele weitere Geschichten ließen sich erzählen, aber davon sehen wir hier ab. Nehmt diesen Trip als Inspiration und nutzt eure bevorstehenden Sommer, damit ihr irgendwann mal gute Erinnerungen mit auf die andere Seite nehmen könnt.

Nochmal kurz zum eigentlich Sinn der Tour, dem Motorrad fahren. die 3 Männer haben 3x 6.720 Kilometer in den Hintern und hatten keinen Unfall, Schaden oder sonstiges überflüssiges erlebt, es gab eine defekte Zündkerze und ein ausgebrannter Wolframfaden in einer Glühbirne. A Perfect Trip. Sascha, Carsten und Mario lehnen sich in die Holzgartenmöbel auf der Terasse von Sascha zurück und denken an einen Trip im kommenden Jahr nach Biarritz…

Was bleibt ist, die Jungs sind glücklich was will man mehr?

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie10-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie09-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie08-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie07-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie06-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie05-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie04-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie03-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie02-show

bmw-motorrad-matthias-knust-fotografie01-show

 

Written by Matt Knust